Ein Lebenslauf.
Keine Anleitung.
Ich bin Ronny Schmidt. Früher war ich Fallschirmjäger. Das ist der Job, bei dem man völlig freiwillig aus funktionstüchtigen Flugzeugen springt, um anschließend im Dreck zu landen. Vermutlich eine hervorragende Vorbereitung auf die Erkenntnis, dass im Leben selten etwas nach Plan läuft.
Heute bin ich Autor, Survival- und Selbstschutztrainer und Inhaber von Team-Survival, Urban Defense und dem Heavy Iron Club. Meine Erfahrung mit Survival reicht bis in die Militärzeit zurück. Eigene Touren und die Ausbildung anderer Menschen kamen hinzu. Die Wirklichkeit ist dabei ein anspruchsvoller Auftraggeber: Sie lässt sich weder mit einem guten Vorsatz noch mit einer schön formulierten Entschuldigung bezahlen.
Gesellschaftskritik braucht keine Erlaubnis.
Mich interessieren Überzeugungen, die so selbstverständlich geworden sind, dass kaum noch jemand nach ihrer Begründung fragt. Das ist ein ausgesprochen angenehmer Zustand für eine Meinung. Sie muss nur oft genug wiederholt werden und kann sich irgendwann die Prüfung ihrer Unterlagen sparen.
In meinen gesellschaftskritischen Büchern widerspreche ich solchen Gewissheiten. Eine Auffassung wird nicht belastbarer, weil sie gerade zum Mainstream gehört. Sie wird allerdings auch nicht automatisch klug, nur weil sie dagegen ist. Wer widerspricht, sollte etwas vorzutragen haben. Empörung ist als Inhaltsverzeichnis auf Dauer etwas dürftig.
„Erwache Krieger“ handelt von verlorener Männlichkeit: von männlicher Stärke, Instinkt und Kampfgeist in einer Gesellschaft, die Komfort und Anpassung gern mit einem gelungenen Leben verwechselt. Historische Kriegerkulturen bilden Bezugspunkte für die Frage, wie ein Mann wieder zu einem eigenen Wertebild und Antrieb findet. Das kann unbequem werden. Verantwortung hat den Nachteil, dass sie selten beim Nachbarn beginnt.
Mein aktueller Gesellschaftsessay „Die Migration, die wir vielleicht nicht brauchen“ nimmt eine andere verbreitete Gewissheit auseinander: Deutschland werde älter und brauche deshalb dauerhaft mehr Zuwanderung. Gleichzeitig entwickeln sich KI und Robotik weiter. Wer ausrechnet, wie viele Menschen künftig arbeiten können, sollte also auch fragen, wie viele für die benötigten Leistungen noch gebraucht werden. Das „vielleicht“ im Titel hält diese Frage offen. Eine fertige Antwort hatte die Debatte schließlich schon.
Survival lässt sich schlecht schönreden.
Meine Survivalbücher kommen aus der Beschäftigung mit Situationen, in denen Entscheidungen Folgen haben. „Survival-Notnahrung aus der Natur“ fragt nach dem praktischen Nutzen pflanzlicher und tierischer Nahrung: Was lässt sich erkennen, beschaffen und sinnvoll verwenden? „101 Arten in der Wildnis zu sterben“ verbindet die Analyse von Fehlerketten mit Handlungsregeln. Im Klo-Survival-Buch wählt der Leser bei gefährlichen Szenarien zwischen drei Antworten und erfährt beim Umblättern, ob seine Entscheidung getragen hätte.
Ich halte wenig von der Vorstellung, Können lasse sich vollständig einkaufen. Ausrüstung kann viel leisten. Sie kann aber auch hervorragend davon ablenken, dass ihre Anwendung noch geübt werden müsste. Ein teures Messer schneidet leider auch dann gut ab, wenn die Entscheidung davor schlecht war.
Mein Buch „Amok & Terror“ behandelt das Verhalten bei Amokläufen und Terroranschlägen nach dem Prinzip Run, Hide, Fight: fliehen, sich verstecken und sich als letzte Möglichkeit zur Wehr setzen. Im Mittelpunkt steht die eigene Reaktion auf eine akute Bedrohung. Es geht um die Minuten, in denen Hilfe noch unterwegs ist und Abwarten bereits eine Entscheidung sein kann.
„Das Stoische Protokoll“ widmet sich dem Stoizismus und seiner Anwendung im Alltag. Die philosophischen Gedanken münden in einen 60-Tage-Praxisteil. Ein Zitat über Gelassenheit ist schnell gefunden. Sich beim nächsten Ärger daran zu halten, verlangt gewöhnlich etwas mehr Mitarbeit.
Drei Unternehmen. Wenig Platz für Theorie allein.
Team-Survival steht für Survival und Überlebenstraining. Mit Urban Defense biete ich Training in Selbstschutz und Selbstverteidigung an. Der Heavy Iron Club ist mein Kraft- und Fitnessstudio in Naunhof. Diese Arbeit erdet meine Texte: Irgendwann muss sich ein Gedanke in der Praxis bewähren. Dort ist die Ausrede, man habe es anders gemeint, nur begrenzt belastbar.
Ich schreibe direkt, gelegentlich bissig und mit Humor. Der gehört für mich zur Ernsthaftigkeit dazu. Man kann sich gründlich mit einem Problem beschäftigen, ohne dabei jede Freude am treffenden Satz zu verlieren. Meine Bücher sollen informieren, zum Widerspruch reizen und dazu führen, dass jemand eine bisher bequeme Antwort noch einmal prüft. Auch die eigene. Gerade die eigene.

