Ronny
Schmidt
Buchcover: Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise von Ronny Schmidt
Combat Survival & Krisenlagen

Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise

Wenn niemand kommt, um dich zu retten – militärische Überlebenstechniken für Zivilisten

Wenn gefunden zu werden gefährlicher ist als Alleinsein.

Von Ronny SchmidtDeutschsprachige Ausgabe

Ein Notruf ist noch keine Rettung.

Die Evakuierung fällt aus. Die Straße zur Grenze ist gesperrt. In der Nähe bewegen sich Bewaffnete, deren Absichten niemand zuverlässig einschätzen kann. Wer in einer solchen Lage feststeckt, braucht mehr als einen vollen Rucksack und die Hoffnung, dass sich schon jemand kümmern wird. Hoffnung hat viele Vorzüge. Als Evakuierungsplan ist sie erstaunlich lückenhaft.

„Combat Survival – Überleben in Krieg und Krise“ behandelt das Überleben unter feindlichen Bedingungen. Ronny Schmidt richtet den Blick auf unbewaffnete Zivilisten, die von verlässlicher Unterstützung abgeschnitten sind. Isolation bedeutet dabei mehr als Alleinsein im Gelände: Menschen können in der Nähe sein, während Schutz, Kommunikation und ein sicherer Weg zurück fehlen. Entscheidend wird, welche Hilfe tatsächlich erreichbar ist und welche Annahme nur noch aus besseren Zeiten stammt.

Ein Feuer kann wärmen. Sein Rauch kann aber auch Aufmerksamkeit wecken. Eine Straße erleichtert das Vorankommen und führt womöglich direkt zum nächsten Kontrollpunkt. Dieselbe Handlung kann die Lage verbessern oder eine neue Bedrohung schaffen. Das Buch untersucht diese Abwägungen: bleiben, sich verbergen, weitergehen oder Kontakt suchen? Gefunden zu werden ist schließlich nur dann eine gute Nachricht, wenn die richtigen Menschen suchen.

Die 23 Kapitel beginnen beim Eintritt in die Isolation, bei Stressreaktionen und der Beurteilung einer akuten Bedrohung. Weitere Schwerpunkte sind Tarnung, zeitweilige Verstecke, das Erkennen möglicher Verfolgung sowie der Umgang mit Schlafmangel, Hunger und Erschöpfung. Es geht um das Zusammenspiel von Wahrnehmung, körperlicher Belastung und Entscheidungen. Entschlossenheit allein beantwortet noch nicht, ob die gewählte Richtung sinnvoll ist.

Zur Versorgung gehören Kälte- und Nässeschutz, Wasser, Notnahrung und medizinische Selbstversorgung mit begrenzten Mitteln. Diese Themen stehen in einem anderen Zusammenhang als beim geplanten Wochenende im Wald: Aufwand, Sichtbarkeit und verbleibende Kräfte müssen gegeneinander abgewogen werden. Was unter sicheren Bedingungen vernünftig wäre, kann in einer feindlichen Umgebung zusätzliche Risiken schaffen. Ein möglichst aufwendiges Lager ist dort kein Selbstzweck.

Orientierung ohne technische Hilfsmittel, Deckung und Ausweichen führen zu einer weiteren Frage: Wie lässt sich ein gefährlicher Raum überhaupt verlassen? Das Buch behandelt außerdem Gefangenschaft, Befragung und Druck, mögliche Fluchtgelegenheiten und die Annäherung an gesicherte Zonen. Auch der erste Kontakt mit möglichen Helfern verlangt eine Einschätzung. Eine erreichte Grenze oder ein bewachter Zugang ist noch keine automatisch gelöste Situation.

Combat Survival und SERE sind dabei unterschiedliche Begriffe. SERE steht für Survival, Evasion, Resistance und Escape: Überleben, Ausweichen, Widerstehen und Entkommen. Das Buch bezieht ausgewählte Grundprinzipien und Techniken aus diesem militärischen Ausbildungsbereich ein und betrachtet sie unter den Bedingungen unbewaffneter Zivilisten. Deren Ziel ist, eine Bedrohung zu überstehen und wieder verlässlichen Schutz zu erreichen. Ein militärischer Auftrag oder eine bewaffnete Rolle wird damit nicht vorausgesetzt.

Ronny Schmidt verbindet seinen militärischen Hintergrund als ehemaliger Fallschirmjäger mit seiner Arbeit als Survival- und Selbstschutztrainer. Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten und Grenzen des Einzelnen unter Druck. Der Text verlangt, vertraute Regeln auf ihre tatsächlichen Voraussetzungen zu prüfen: Was weiß ich? Was vermute ich? Und worauf verlasse ich mich gerade, obwohl es längst nicht mehr funktioniert? Ein Buch kann diese Fragen vorbereiten. Beantworten muss man sie am Ende mit der Lage vor sich.

Wer findet dich – und was folgt daraus?

  • Wann verbessert Sichtbarkeit die Chance auf Hilfe, und wann erhöht sie das Risiko?
  • Wie verändern Kälte, Durst, Schlafmangel und Angst die eigenen Entscheidungen?
  • Was unterscheidet ein brauchbares Versteck von einem Ort ohne sicheren Ausweg?
  • Woran lässt sich erkennen, ob ein Kontakt tatsächlich Schutz verspricht?

Für wen dieses Buch gedacht ist.

Für Leser, die sich mit militärisch geprägtem Survival und dem Überleben als Zivilist in Kriegs- und Krisenlagen beschäftigen möchten. Für Menschen auf Auslandsreisen oder beruflichen Einsätzen ebenso wie für Survival-Interessierte, die über Versorgung und Ausrüstung hinausdenken wollen.

Die behandelten Möglichkeiten hängen von Lage, Gesundheit und vorhandenen Fähigkeiten ab. Das Buch ersetzt weder praktisches Training noch eine individuelle Sicherheitsvorbereitung oder medizinische Ausbildung.

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